Der Bau einer Rahmenantenne

Eigentlich, - ursprünglich, wollte ich ja diese Bauanleitung zu einem Bestandteil des vorherigen Artikels, des Super-Het-Empfängers, geschrieben haben. Die Gründe waren weil er a) sehr gute Empfangseigenschaften - speziell für den Superhet bot und b) in der Superhet-Schaltung, im Audion-Eingangskreis, diese Rahmenantenne schon eingeplant wurde (siehe die Super-Het-Schaltung, am Eingangskreis wird die Antennenspule L1 und L2 komplett durch den 2 x 2-poligen Schalter R abgeschaltet, die Rahmenantenne übernimmt die Funktion dieses Kreises).
Weil diese Rahmenantenne sich aber auch hervorragend für praktisch alle anderen Radio-Empfänger anbietet, entschloß ich mich, sie als separaten Bauvorschlag vorzustellen.

Eine Rahmenantenne wirkt in den den Sommermonaten störungsfreier als eine Außen- oder Hochantenne, der Empfang mit ihr ist bedeutend selektiver als mit einer Hochantenne.
- Je kleiner die Antenne, bzw. die Antennen-Kapazität, desto größer ist die Abstimmschärfe.

Für diese Antenne wird ein quadratischer Holzrahmen mit 1 Meter Seitenlänge sowie 20 cm Rahmenbreite angefertigt - am besten geeignet ist Buchenholz. Dieser Rahmen wird mit 8 Windungen 1 mm dicker Antennenlitze bewickelt, im Windungs-Abstand von jeweils 0,5 cm. (Eine Zeichnung dieses Rahmens anzufertigen halte ich nicht für notwendig.. - ich denke, jeder kann sich vorstellen wie dieser Holzrahmen aussehen muß)

Je mehr Einzel-Litzen die Antennenlitze - HF-Litze, wie das "Rupalit" der Firma Pack Feindrähte - enthält, desto besser! - Ideal ist die Rupalit-HF-Litze mit 270 Einzeldrähten, 2-fach Seide umsponnen, mit einem größten Außendurchmesser von 1,1 mm, bei der der Einzeldraht - der natürlich auch durch Lackierung noch einmal einzeln isoliert ist - einen Durchmesser von 0,04 mm besitzt. Eine 1 KG-Rolle hat hierbei eine Lauflänge von ca. 250 Meter.
- Ich bin in Kontakt mit einem Vereinsfreund, der sich bereit erklärte in absehbarer Zeit - ja nach Bestellung - Vorräte bestimmter Drahtstärken und -farben anzulegen und sie dann, je nach Bedarf (und Bestellung) in auch kleinen Mengen zu verkaufen.
Da ja für diese Antenne, bei einer Kantenlänge von 1 m sowie bei nur 8 Windungen eine Drahtlänge von 32 Metern ergibt, wäre diese Möglichkeit sicherlich - für den einen oder anderen alleine hierbei schon - hochinteressant - denn wohin sonst mit den restlichen ca. 220 Metern...

Eine Kombination aus Rahmen-Antenne und einer Antenne läßt sich erreichen wenn man in diesen Rahmen noch einen weiteren, inneren Rahmen gleicher Breite einsetzt, der mit etwa 2 - 5 Windungen - gleicher Draht, gleiche Wickelrichtung - bewickelt wird. Anfang und Ende dieser Wicklung wird mit der Hoch- oder Außenantenne bzw. der Erde verbunden.

Eine weitere Variante einer Rahmenantenne zeigt die Skizze eines frühen Empfängers mit Trichterlautsprecher und Rahmenantenne.


Eine solche Antenne wird mit zwei Holzstäben, 2 x 2 cm Querschnitt, hergestellt. Einer der beiden Stäbe ist 60 cm, der andere 65 cm lang. Die beiden Holzleisten aus Buche, beide in der Mitte - wie im Bild zu sehen - mit einer Nute in der Mitte.


Damit werden die beiden Holzleisten zu einem Kreuz zusammengesteckt, die überstehenden Enden des einen Stabes dienen dazu, das Kreuz auf einem Bodenteil - wie bei einem Christbaumständer - zu befestigen.
Es werden 15 Windungen 1-mm-HF-Litze (s.oben) spiralförmig von außen nach innen in das Kreuz hinein gewickelt. - Die Drahtbefestigungen können z.B. aus Messingnägeln bestehen, oder auch aus kleinen, mit einer feinen Säge hergestellten Einschnitten, wie sie im Bild angedeutet sind.
Der Abstand zwischen den einzelnen Nägeln (oder Einschnitten) - und damit zwischen den einzelnen Drähten - sollte jeweils 1 cm betragen. Diese so hergestellte Antenne ist optimiert für den Empfang des Wellenbereiches von 200 - 700 m, sie deckt also den gesamten Mittelwellenbereich ab.
Die beiden Ableitungen der Antenne werden dann in der üblichen Weise mit dem Empfänger verbunden - 1 Anschluß an den Antennen-Eingang, das zweite Ende wird mit der Erde verbunden.

Zum Abschluß zeige ich noch 2 Seiten aus einer Werbung aus der Zeit um 1928 - hier wird für Rahmenantennen geworben. - Man erkennt die vielfältigen Formen, wie eine solche Antenne aussehen kann und wie sie damals hergestellt und gekauft wurden...





Ausgehend von einigen neuen Erkenntnissen möchte ich nun diese Seite erweitern. - Zunächst noch eimal etwas zur Funktion.
Die Rahmenantenne stellt eine Flachspule mit sehr großem Durchmesser dar, die unmittelbar aus dem elektromagnetischen Feld des Raumes Energie aufnimmt. Da die induzierte Spannung am größten ist, wenn die Spule senkrecht von den magnetischen Kraftlinien durchsetzt wird, so besitzt sie eine Richtwirkung.
Die für eine Rahmenantenne erforderliche Windungszahl n ist von der Seitenlänge s abhängig und beträgt für den Mittelwellenbereich :
bei s = 20 cm . . n = 19
s = 25 cm . . n = 14
s = 40 cm . . n = 10 Windungen
Für den Langwellenbereich ist etwa die vierfache Windungszahl erforderlich.
Hinweis: Da eine Rahmenantenne eine Spule darstellt, gilt hierbei keinesfalls: je länger der Draht - desto mehr Antennenenergie!
Um festzustellen ob die räumlichen Verhältnisse den Aufbau einer Rahmenantenne überhaupt sinnvoll macht (es sind die elektromagnetischen Sendeenergien, die man hiermit empfängt!), sollte man sich vorher mit einer Ferritantenne kundig machen.
Hierzu wird ein etwa 15 - 20 cm langer Ferritstab, ca. 10 mm Durchmesser, benötigt. Diesen bewickelt man, eng Windung an Windung, mit 50 Windungen HF-Litze. Ein Ende der Wicklung wird am Antenneneingang des Empfängers - beispielsweise ein Detektorgerät - angeschlossen, das andere Ende der Wicklung amErdanschluß. Diese Antenne hat die gleichen Eigenschaften - auch in Hinsicht auf Qualität und Stärke der empfangenen Sender - wie eine Rahmenantenne.

Hat man jedoch keine Möglichkeit eine Rahmen- oder Ferritantenne verwenden zu können, beispielsweise wenn der Raum in dem der Empfänger mit zu viel Eisen(beton) abgeschirmt ist, so hilft eine Langdrahtantenne. - Bitte, weiterlesen!
Ich meine eine künstliche Langdrahtantenne...
Man besorgt sich einen Transistor und die paar externen Bauteile und lötet sie wie die hier vorgestellte Schaltung zusammen:


Quellennachweis dieser Schaltung: Funkgeschichte Nr. 55, S. 11. Schaltung nach Lörtsch, Detektorempfang mit einer 2 m langen Antenne.

Ein Freund von mir baute diese Schaltung auf einem 1 DM großen Lochrasterplatinenstück auf. Die fertige Schaltung wurde dann mit einer Heißklebepistole auf dem Anschlußclip einer 9-Volt-Batterie befestigt. Ein 2 Meter langes Drahtstück - am Antenneneingang der Schaltung angelötet - wird somit zu einer 20 Meter langen Langdrahtantenne. Mein Freund, dessen Bastel- und Heizungskellerraum identisch sind, der von dickem Eisenbeton umgeben ist und mit einer Ferritantenne keinerlei Empfang hat, kann mit dieser künstlichen Langdrahtantenne sogar bestens seine Detektorgeräte "befeuern" . .
Viel Spass beim Nachbau !

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