Ein Lautsprecher/-box/-gehäuse mit Alnico-Lautsprecher von Saba
von Kay Spiecker


Nachdem sich bei mir eine wunderschöne kleine Sammlung von Alnico-Lautsprecher angehäuft hatte, kam bei mir der Gedanke, diese auch zu verbauen. Ich wollte sie nicht immer nur in meinem Regal liegend bewundern, ich wollte sie auch hören.
Einfach gesagt; die Umsetzung hat mir ein paar Probleme bereitet. Einfach eine Kiste drum bauen, ohne die Parameter dieser Breitbänder zu kennen, war für mich einfach nicht denkbar. Nee, das ist nicht !
Also, gab es da nur eine Möglichkeit: All' mein ganzes Wissen über Lautsprecherbau über Bord zu schmeißen und nochmal ganz von vorne anfangen. - Autsch!
Erstmal nahm ich mir meine Saba 8" und setze diese in eine Schallwand von 1000 mm * 550 mm und schließe sie spaßeshalber an.
Dies war ein Aha-Erlebnis.... - Da war so ein alter Lautsprecher, der mich von den Socken gehauen hat. Meine Frau aber auch! Macht einer Frau mal klar, daß eine Schallwand im Wohnzimmer stehen muß. Somit war dieses Thema vom Tisch.
Es mußte also eine andere Lösung her. Wofür hat man das Internet ?!
Wenn ich jetzt die Zeit aufrechne, die ich an der Kiste saß, den Telefonhörer im Gesicht hatte und persönliche Gespräche mit Freunden hatte, hält man mich für verückt. (Na , bin ich ja vieleicht auch) sic!
Rausgekommen ist folgendes:
Das Volumen sollte zwischen 40 und 50 Liter betragen.
Die Seitenverhältnisse ungefähr nach dem "goldenen Schnitt"
Das Bassreflexrohr soll einen Durchmesser von ca 100 - 120 mm haben und zwischen 40 mm und 100 mm lang sein.
Das Gehäusematerial soll ca. 9 mm dickes Sperrholz sein. (Hahaha, Ihr könnt mir viel erzählen....)
Zum Glück hatte mein Freund Carsten aber ein altes Saba Villingen bekommen. Anhören und staunen !! Danach anschauen. - Und, was soll ich sagen: 7 mm Sperrholz, ca 40 Liter und "goldener Schnitt". Das wars!!!
Alte Sperrholzbretter hatte ich im Keller. Und einen Schreiner an der Hand, der die Zuschnitte machte. Natürlich gleich 2 Päärchen. Kostet ja nix...


Nachdem ich die Zuschnitte hatte, ging es schnell von der Hand. Front-, Seitenteile, Ober- und Unterteil waren schnell verleimt. Die Rückwand wird später auf einer Leiste aufgeschraubt.


Die Lautsprecherausschnitte werden so ausgesägt, daß der Saba von hinten eingebaut werden kann. Er muß mit dem Filz auf der Frontplatte aufliegen!
Da es bei mir ja um ein Testgehäuse ging, habe ich natürlich ein bischen getrickst. Die Ausschnitte für Lautsprecher und Bassreflexrohr wurden mit dicken Filz verkleidet.


Hierdurch habe ich die Möglichkeit mit dem Bassreflexrohr zu experimentiern. Für den Lautsprecherausschnitt siehts nur gut aus!
Fur den Saba habe ich eine Adapterplatte gebaut. - Es sollen ja auch noch andere Chassis getestet werden.








Diese Konstruktion habe ich dann in die Box gelegt, und verschraubt.


Genial, nicht ?
Vom Thomas habe ich den Tipp bekomme, den Lautsprecher "NICHT" richtig anzuknallen (festzuschrauben). Bei ihm sind sie nur mit Kunsttsoffschrauben befestigt. Auch ist der Filz vom Saba mit einer Nadel aufgelockert, so wird das Chassis vom Gehäuse abgekoppelt, überschüssige Energie wird über das Gehäuse abgeleitet. Hierdurch wird die Impulsschnelligkeit des Saba erhalten.
Es ist eine interessante Theorie, die ich leider nicht sachlich untermauern kann. Wer es weiß, sollte sich, bitte, dazu äußern.
Nachdem ich das ganze Gehäuse endlich fertig hatte, stand das nächste Problem an, die Dämmung :
Ich habe hier einfach (meinen) Filz aus dem Laminat- und Parketthandel genommen. Komplett an der Rückwand festgeklemmt. Als Bassreflexrohr habe ich ein Stück HT Rohr DN 100 auf 50 mm gekürzt und eingesetzt. Für den Hochtonbereich habe ich ein Papprohr genommen, es kann naturlich auch das HT Rohr verwendet werden. Hinten offen und mit Watte bedämpft.
Der Hochtöner braucht eine Frequenzweiche!!!! Es ist kein Breitbänder, sondern ein reiner und sehr hochwertiger HT-Biegewellenwandler. Ich habe ihn bei mir mit 1-2 F MKP abgetrennt. 1 F reicht eigentlich aus - aber die Feinabstimmung wirds zeigen!
Und nun die Boxen.


- Na ja, sie sind noch nicht fertig.
Wie man sieht ist das Finish noch nicht ausgereift. Mein Schreiner wird mir das Gehäuse aus Limba Sperrholz bauen. Das Holz soll preiswerter sein als Birken-Multiplex. - Na, mal schauen, ob es auch funktioniert.
Diese Boxen müssen jetzt jeweils auch noch auf Ständer, das werde ich aber zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff nehmen. Vorher möchte ich noch ein paar Ideen mit dem Ht verwirklichen. Mir schwebt da z.B. ein ca 5 cm langes Horn vor, leicht zu bauen und optisch ansprechend.

Die Zeichnung zu dieser Box wird noch angefertigt. Ist aber eigentlich nicht so wichtig, da die Maße leicht auszurechnen sind. Hier kann eigentlich jeder seine Box selbst entwickeln.

Nun zum Klang dieser "Box with no name" : Nein, Klangeindrücke kann und will ich nicht abgeben. Aber eines muß ich sagen; Aufnahmefehler werden schonungslos aufgedeckt. Santana, Supernatural - Love of my Live. War das ein Stuhl, der verückt wurde? - Nicht falsch verstehen, dieses ist eine sehr gute Aufnahme und sehr zu empfehlen!
Schlechte Aufnahmen "klingen" schlecht. 90 % meiner CDs sind für den Müll. Man ärgert sich über seine alten Platten. Aber die, die gut aufgenommen sind, werden völlig neu "gehört" und wahrgenommen. Voraussetzungen hierfür sind aber auch, das nicht mit "Sand" gehört wird. Ein Röhrenverstärker ist ein Muß. - Viel mehr als Zimmerlautstärke (1 Watt liegt schon leicht drüber !) sollten es nicht unbedingt sein.

Dieses Projekt ist noch nicht fertig!
Es soll die Angst nehmen, alte Lautsprecher zu reaktivieren. Es soll neugierig machen.
Vielleicht trägt es auch dazu bei, alte Radios vor dem Sperrmüll - oder vor den Japanern zu retten die bei eBay und überall die herrlichen alten Saba-Radios aufkaufen ausschließlich nur wegen der Lautsprecher, wobei das Radio dann meist noch in die Müllpresse gelangt. Aber auch, wenn das eine oder andere Radio deswegen geschlachtet werden sollte, glaube ich daran, daß auch viele Geräte wieder zu alten Ehren kommen werden.

Weitere Anregungen und Ideen, aber auch Kritik nehme ich gerne entgegen.
Mit musikalischen Grüßen
Kay (Kaspie)
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