P-Röhrenverstärker Cheap-Fox 2008


 

Dieser Verstärker  kommt mit einer relativ geringen Bauteilen aus und braucht diese nur vom Bauhof, Pollin, Conrad oder aber auch Ebay kaufen. Ich habe bewusst versucht nur mit billigen Röhren und Übertragern auszukommen. Da zeigt sich der Vorteil mancher P-Röhren. Wegen der höheren Heizspannung muss man halt etwas in die Trickkiste greifen und notfalls ein eigenes Netzteil nur für die Heizung aufbauen. Mir fielen vor kurzen 2 nette Trafos in die Hände, der eine von einem Drucker der andere stammt aus meinem Keller wo er Jahre lang nur vor sich hinstaubte.

Die Elkos habe ich aus defekten Geräten entwendet. Das Holz vom Gehäuse habe ich billig bei Ikea gekauft. Die Röhren stammen aus meiner Sammlung und der Rest aus meinem Schlachtlager. Die Schaltung selbst ist eigentlich nichts besonderes. Zugegeben ich habe zwar eine Gegenkopplung, Bootstrapp und Raumklangerzeugung drin, aber die hat heute jeder Selbstbauamp drin. Mit dem kleinen EIN-AUS-EIN-Schalter kann ich auswählen, ob ich Raumklang, Stereo oder Mono hören will. Ich hatte mir zwar vorher überlegt dafür den IC TDA3810 zu verwenden, aber dann doch für einen diskreten Aufbau ohne diesen IC entschieden. Die Gegenkopplung habe ich diesmal anders als sonst bei mir üblich ist aufgebaut. Ihr kennt sie sicher noch von alten Radios mit EABC80 und EL84 in der Endstufe, nur halt so bemessen, damit ich auch den Raumklang nutzen kann, welche elegant gelöst wurde. Die Bootstrapp-Schaltung habe ich aus einem Buch abgekupfert welches ich zuhause liegen habe. 

Bei den Röhren habe ich bewusst die genommen, die eigentlich keiner haben will, weil sie im HiFi-Bereich zu unbekannt sind oder auch wegen der für P-Röhrentypischen Heizspannung nicht verwendet werden.  Sehr günstig habe ich vor Jahren 2 PCH200 bekommen. Diese Röhre hat eine Triode und eine Heptode drin, mit getrennten Kathoden. Die Heptode benötige ich für die Bootstrappschaltung, die Triode für die Vorstufe. Obwohl die PCH200 damals in TV-Geräten als Oszillator, Impulstrennstufen und AGC-Regelungen verwendet wurde, war ich erstaunt wie gut die Röhre in meinem Amp spielt. Keine Schwingungen oder Rauschen vorhanden. Laut Recherchen im Netz, ist sie nur gut als Verstärkerröhre zu brauchen, wenn der Anodenwiderstand niedrig gehalten wird. meine wird mit einem Ra von 22k gefahren. In der Endstufe steckt eine PCL85 drin. Eher bekannter als Oszillator und Treiber in Bildkippstufen in TV-Geräten. Aber seit langen mein Favorit bei Röhrenverstärkern. Ich verwende diese oft und gern, wenn vorhanden. Als Gleichrichter für die Anodenspannung kommt die PY88 zum Einsatz. Es hat sich mittlerweile rumgesprochen, das die PY88 eine sehr gute Gleichrichterröhre ist, obwohl sie nur als Dumperdiode gedacht war.

Die Ausgangsübertrager sind 100V-Übertrager die ich repariert habe. Der eine hatte einen Schluss in der ersten Windung, die leider ziemlich blöd blank am anderen Ende lag und der andere Übertrager hatte eine Unterbrechung in der Primärwicklung. Da war nur der Draht am Anschluss abgegangen. Nach der Reparatur wurden sie hier eingebaut. Meine Übertrager haben 4 Primäranschlüsse ( 0 - 1k66 - 3k3 - 6k6 ). An 0 hängt die Bootstrappschaltung, an 1k66 die Anodenspannung. der Anschluss 3k3 dient als Schirmgitteranzapfung und last but don't least 6k6 wo die Anode der Pentode drang hängt. Damit der Amp trotz seiner 100V-Übertrager gut klingt, ist eine bemessene Gegenkopplung mit Raumklangmöglichkeit eingebaut. Man kann zwar nicht erwarten das die Bässe die Tief unten liegen wunderbar rüberkommen, aber bis runter zu 120Hz schaffen es die Übertrager schon. 

Die Bootstrappschaltung ist notwendig um unerwüschte Verzerrungen zu eliminieren. Bei 80% aufgedrehten Poti maß ich an C1 110V, statt 89V in Ruhestellung. Nur die Grenze war schon bei 95% überschritten und bis zum Anschlag sollte man einen Verstärker sowieso nicht drehen. Die Heptode stabilisiert die Spannung noch etwas.

Die negative Gittervorspannung für die Endstufenpentoden wird aus den 24V~ des ersten Trafos erzeugt und ausreichend gesiebt. Die Heizfäden der Röhren werden mit Gleichspannung betrieben, welche deutlich im Vorteil liegt wenn's um weniger Brumm geht. 

Auch eine optische Vorwarnstufe ist eingebaut. Unter der PY88 ist eine LED eingeschoben welche blinkt. Dies fängt bei 55V an. Die Blinkschaltung hängt an der Anodenspannung. Blinkt die LED, so heißt es Finger weg. Im Gerät selbst ist noch eine Glimmlampe einbaut die ab 160V blinkt. Intern deshalb, wenn im Gerät selbst hantiert wird. Der Betrieb wird durch die Glimmlampe im Netzschalter angezeigt.

 

Um die Schaltbilder sehen zu können klicken Sie auf das jeweilige Bild.

   

Das Eagle-Schaltbild findet sich hinter diesem Link.
Gruss, Euer "Elektronikfox" Alexander Fuchs.

Zurück zur Hauptseite