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Rauschen... (Tech Talk: Röhrenthemen)

verfasst von Arcolette ®, 23.08.2011, 10:41

Hallo Dieter,

ZitatSorry, wenn ich hier ein Workaround für Dein Patent veröffentlicht habe :-)

Kein Problem, die Welt ist bunt und viele Wege führen nach Rom.

ZitatAber um die Rauschminderung ging es mir nicht, sondern um das angestrebte mehr an Steilheit - und das kann man so bekommen.


Bzgl. Steilheitserhöhung: Keinerlei Einwände meinerseits. Aber: das mehr an Steilheit - das bei Pentoden gleichbedeutend mit einem Mehr an Verstärkung ist - führt in Deiner Schaltung nicht zu einer Verbesserung des S/N-Verhältnisses, da das Rauschen mindestens(!) in gleichem Maße wächst. Dann bringt diese Schaltung aber auch nichts im Vorstufeneinsatz und ich kann mit der Standard-Pentodenschaltung das gleiche (oder sogar bessere) Ergebnis mit viel weniger Bauelementen erzielen.

Zitatder Strom, der in der Stromquelle T3 fließt, ist, um zwei mal IB vermindert und um die jeweils vorhandenen Rauschstromquellen vergrößert bis auf wenige % identisch zum Strom im g2.

Nein, er ist eben nicht identisch ! Er ist bestenfalls betragsmäßig gleich, aber niemals identisch! Nochmals: selbst dann, wenn Du den Schirmgitterstrom betragsmäßig zu 100% exakt abbildest, wird dieses Abbild eben nicht das Original sein. Bildlich gesprochen: Das Fluktuieren des Stromes pro Zeiteinheit wird anders aussehen. Das liegt daran, dass Du mit rauschbehafteten Elementen (die beiden neuen Stromquellen-Transistoren!) jeweils eine Kopie des Originales machst. Zusätzlich kommen weitere, statistisch unabhängige Shot-Noise Quellen hinzu. Der so erzeugte Strom, der vom Transistor T3 ausgehend wieder in den Anodenkreis eingespeist wird, hat bzgl. seines Rauschspektrums nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Schirmgitterstrom zu tun - selbst dann, wenn er betragsmäßig exakt dem Schirmgitterstrom entsprechen sollte!

Oder anders: es gab immer wieder diesen netten Schaltungsvorschlag, in dem zwecks Rauschverminderung eines Verstärkers dessen Rauschen gemessen wird, dann mittels Rauschgenerator genau dieser Rauschwert erzeugt wird und anschließend in einem Subtrahierer das künstlich erzeugte Rauschen vom Rauschen des Verstärkers abgezogen wird. Womit der Verstärker rauschfrei wäre. Tatsächlich erhöht sich das Rauschen dieser Anordnung beträchtlich, da beide Rauschsignale statistisch voneinander unabhängig sind - auch bei völliger Betragsgleichheit. Weshalb diese Rauschverminderungsmaschine auch regelmäßig als Aprilscherz in diversen Elektronikpublikationen auftaucht...

In Vorstufen, wo das S/N-Verhältnis entscheidend ist, macht der Einsatz Deiner Schaltung aus meiner Sicht wenig Sinn. In Endstufen ist die Spannungsfestigkeit problematisch, da der komplette Anodenspannungshub der Endröhre - der je nach Arbeitspunkt auch locker mal 800V und mehr betragen kann - am Stromquellen-Transistor liegt. Nun kann man dafür auch einen spannungsfesten Mosfet nehmen, z.B. als Kaskode für den eigentlichen Stromquellen-Transistor, aber das verkompliziert die Anordnung weiter. Und schaltet eine weitere parasitäre Kapazität in den Anodenkreis. Und dieser Transistor muss für den Dauerbetrieb des Amps @ maximaler Leistung ausgelegt werden (dann, wenn der höchste Schirmgitterstrom fliesst). Er muss also einen nicht ganz kleinen Kühlkörper erhalten. Insgesamt ist damit ein wesentlicher Vorteil von Endröhren weg: die Robustheit und Einfachheit der Anordnung.

Viele Grüße

Arcolette
 

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