Noch'n 6V6GT-SE
- um Platz in der Bastelkiste zu schaffen

-Der erste Streich des H.M.Sauer im Röhrenbude-Forum-

Hallo zusammen,
ich habe mir wieder etwas Platz in meiner Bastelkiste geschaffen. Dabei ist ein 6V6GT SE Verstärker herausgekommen, der jetzt in Betrieb gegangen ist, mit nominell 4 Watt Spechleistung.




Der Verstärker ist aus Modulen zusammengesetzt (Netzteil und eigentlicher Verstärkerteil), die elektrisch wie mechanisch über Industrie-Steckverbinder gekoppelt werden. Darüberhinaus habe ich die Absicht, in Zukunft weitere Röhren-Module hinzuzufügen, z.B. ein weiterer Verstärker-Modul für den zweiten Stereo-Kanal, oder ggf. ein Audion. Das Netzteil ist deshalb etwas stärker dimensioniert als für den Verstärker unbedingt nötig.


Um beim Anschluß von Audioquellen Brummschleifen zu vermeiden, habe ich den Minuspol der Stromversorgung zudeem von der Gehäusemasse quasi getrennt (d.h. über ein Si-Diodenpaar mit 0,7 V Schwellenspannung verbunden). Das funktioniert nach anfänglichen Schwingproblemen nun ausgezeichnet. Kein Prasseln und Brummen mehr von der (geerdeten) Soundkarte meines PCs.


. . - So, nach einigen kleinen Änderungen, unter zu Hilfenahme des Forums, funktioniert der Verstärker jetzt zu meiner Zufriedenheit. Ich habe vor allem den Gegenkopplungszweig vom Lautsprecherausgang auf die Katode der EF86 noch einmal überarbeitet. Hier nun der endgültige Schaltplan:


Die Gegenkopplung bewirkt bei mittleren Frequenzen nun eine Verstärkungsminderung von 14 dB. Unterhalb von 70 Hz und oberhalb von 8 kHz sorgt das Netzwerk jedoch dafür, dass die Gegenkopplung um jeweils 6 dB pro Oktave zurückgenommen wird. Für die Eckfrequenzen sind hier die Werte der beiden RC-Glieder 2,2k/2mikro-F sowie 220 Ohm/47nF maßgeblich.

Bässe und Höhen werden also etwas angehoben, um den verlust im AÜ auszugleichen. Im Bereich zwischen 1 kHz und 18 kHz erreiche ich so 1 dB Abweichung in der Verstärkung. (Diese Korrektur ist natürlich nur im Kleinsignalbereich voll wirksam, die Leistungsbandbreite des AÜs ist und bleibt dagegen auf die ursprünglichen Werte beschränkt). In der Originalschaltung hatte ich dagegen ca. 5 dB. Der Erfolg dieser Maßnahme ist deutlich hörbar. Auch der Phasenfehler zwischen Ein- und Ausgangssignal hat sich vermindert. War aber ein ziemlich langwieriges Stück Arbeit, bis die RC-Glieder alle gestimmt haben.

Außerdem habe ich parallel zum AÜ ein weiteres RC-Glied eingebaut (27k/1,5nF). Es hat bei hörbaren Frequenzen kaum Auswirkungen, allerdings beseitigt es die Überschwinger an der Anode, die auf eine Resonanz um 25 kHz hingedeutet haben.

Ich habe auch eine passende Lautsprecherbox aufgetrieben. Ist ein Selbstbau, den ich vor 25 jahren mal als Aktivbox konzipiert habe, mit einem eingebauten 10-W-Transistorverstärker. Der Bass- bzw. Mitten-Lautsprecher strahlt nach hinten, vorne befindet sich in dem schwarzen Feld nur ein kleiner, aber sehr guter Kalottenhochtöner. Den alten Transistorverstärker habe ich ausgebaut und das Loch einfach mit einer Holzplatte verschlossen. Ist noch etwas provisorisch. Die frühere Idee hierbei war, mit einem einzigen Kanal eine Art Raumklang zu erzielen, indem sich der direkte Schall vom Hochtöner mit dem reflektierten Schall vom hinteren Lautsprecher mischt. Die Box muß hierzu in die Ecke des Raums gestellt werden, ca. 1 m vor die Wand. Na ja, das Konzept hat nicht ganz so prächtig funktioniert, aber manche Musikstücke klingen erstaunlich plastisch. Gerade läuft Mahlers Fünfte, einfach himmlisch.

Außerdem gibt die Box ein prima Blumenbänkchen ab.


Grüße,
Hans Martin

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