6C33C-B SE Verstärker von Jürgen Buschmann



Hier ist mein letztes Verstärker-Projekt, welches in den ersten 7 Monaten 2009 entstand.
Das Schaltungskonzept sowohl vom Verstärkerteil als auch vom Netzteil entstammt der Feder von Michael Böhle.
Hierfür und für sein stets offenes Ohr für meine Fragen möchte ich mich noch einmal recht herzlich bei ihm bedanken.

Verstärkerschaltung:
In der Treiberstufe kommt die Pentode 6P15P-EV zum Einsatz (EL84 ist ebenso möglich). Bei der 6P15P-EV ist im Gegensatz zur EL84 Gitter 3 nicht mit der Kathode verbunden. Dies muss man also extern vornehmen.
Ug2 wird mit einem Gimmstabi (STV 150/30) stabilisiert. Der Anodenanschluss erhält eine Ferritperle um Schwingungen zu unterdrücken.
Mit dem Kathodenwiderstand musste ich etwas herumexperimentieren um letztendlich auf die geforderte Uak von 200-230V zu kommen. Hierzu verwendete ich einen 270R/10W Widerstand und lötete unterschiedliche Widerstände parallel. Mit einem 470R erhält man somit 172R und dies ergibt eine Uak von 208V.

Schaltung 6C33C-B Kanal A
(Mit der Maustaste das Bild anklicken, es wird dann in voller Auflösung dargestellt.)

Das Netzteil stellt für die Treiberstufe beider Kanäle ca. 420V zur Verfügung. Jeder Kanal erhält ein R-C-Entkoppelglied (1k/470uF) um ausreichende Kanaltrennung zu gewährleisten.

Bei der Endstufe wird ein Ausgangstrafo von Lundahl (LL1693/230mA) verwendet. Dieser hat mehrere Einstellmöglichkeiten (2,3k; 1k und 600R). Für meine Hörner mit einer Impedanz von 4R habe ich ein Ra von 1k gewählt.


Die 6C33C-B läuft mit automatischer Gittervorspannung. Hier habe ich auch mit diversen Kathodenwiderständen experimentiert. Schließlich kommt ein 270R/50W Widerstand von Dale zum Einsatz, der auf einen Kühlkörper montiert ist. In Serie kommt noch ein 27R/5W hinzu. Bei gemessenen 298R und den verwendeten Endröhren ergibt sich eine Uak von 181/183V und eine Gittervorspannung von –65/64V. Daraus resultiert ein Ia von 218/214mA.








Es ist darauf zu achten, dass eine maximale Anodenverlustleistung von 45W nicht überschritten wird. Hier sind es ca. 39W.
In der Kathodenzuleitung befindet sich ein Amperemeter um den Ruhestrom anzuzeigen. Da ich nur welche mit 200mA Messbereich hatte, erweiterte ich sie mit einem Shunt von 0,39R auf 400mA.


Das Netzteil liefert eine Versorgungsspannung von ca. 260V, die im Verstärkerteil nochmals mit einem MKP 47uF/630V gesiebt wird.
Die Leistung beträgt knapp 9W pro Kanal. (mit Oszi ermittelt)

Netzteilschaltung:
Die im Netzteil verwendeten Eisen sind ebenfalls von Lundahl.(Netztrafo LL1650, 2X Drossel LL1638/8H, 1X LL1638/5H, 1X LL1673/20H).
Die niedrigen Kupferwiderstände ermöglichen ein recht niederohmiges Netzteil.




Für die Spannungsversorgung der Endstufe wird eine L-C-L-C-Siebung verwendet. Die hierzu höhere Wechselspannung im Vergleich zu einer C-L-C....Siebung liefert der NT mit 350V.

Die Netzteilschaltung
(Mit der Maustaste das Bild anklicken, es wird dann in voller Auflösung dargestellt.)

Nach Brückengleichrichtung kommt die Drossel mit 5H/400mA dann 470uF/450V, danach geht es kanalgetrennt weiter mit je 8H/200mA und 2200uF/450V.
Vor der Kanaltrennung liegt noch ein kräftiger Bleeder (22k/50W).


Die Versorgungsspannung wird schließlich durch einen kleinen Kondensator (hier 1uF/1000V) vor der 1. Drossel auf den gewünschten Wert eingestellt. Der letzte Siebkondensator pro Kanal befindet sich, wie oben erwähnt, im Verstärkerteil (47uF/630V).
Somit stehen 2 x ca. 260V für beide Endstufen zur Verfügung. Die Restwelligkeit ist äußerst gering und liegt unter 0,5mV.
Die Versorgung der Treiberstufen wird ebenfalls von der 350V Wicklung des NTs realisiert. Nach Brückengleichrichtung kommt eine C-L-C-Siebung (110uF-20H-1000uF). So ergeben sich ca. 420V, die wie oben schon erwähnt im Verstärkerteil nochmals kanalgetrennt entkoppelt werden.

Der Lundahl NT liefert auch die Heizspannungen für die 6C33C-B. Hierzu stehen 4 Wicklungen mit je 6,6V/3,1A zur Verfügung. Je zwei Wicklungen in Reihe ergeben die geforderte Spannung von 12,6V bei Belastung.
Für die Heizung der 6P15P-EV wird ein separater Printtrafo mit 2X 6V/1,5A verwendet.

Gehäuse:
Auf Grund der zu erwartenden Wärmeentwicklung des Verstärkers kam für mich nur ein reines Metallgehäuse in Frage. Verstärker- und Netzteil sollten auch getrennt untergebracht werden, da das Gesamtgewicht doch recht hoch ist.




Als Grundgerüst der beiden Gehäuseteile fungieren 20mm Alu-Profile, die entsprechend abgelängt, und mit dafür vorgesehenen Teilen verbunden wurden. Alle Seitenteile bestehen aus 2mm eloxiertem Aluminium, die mit Hilfe sogenannter Nutsteine am Grundgerüst befestigt wurden. Die Bodenplatte des Netzteilgehäuses ist 3mm stark. Des weiteren kommen noch 2mm starke Lochbleche als Abdeckung bzw. Bodenplatte des Verstärkergehäuses zum Einsatz.




Die Deckplatte sowie die Platten für die Röhrenfassungen habe ich mir von Schaeffer AG fertigen lassen (4mm/3mm/2mm).


Da ich sowenig sichtbare Schraubverbindungen wie möglich haben wollte, wurden alle Bauteile in Sacklöchern befestigt.
Zur Abdeckung der Ausgangsübertrager „faltete“ ich entsprechend zurechtgeschnittene 1,5mm starke Aluminium Platten zu Hauben und steckte sie in dafür vorgesehene öffnungen der Deckplatte. Auf der Rückseite wurden diese mit Schrauben befestigt.

Das Verstärkergehäuse wurde letztendlich auf das Netzteilgehäuse gesteckt um eine niederohmige Verbindung zu gewährleisten.
Der zentrale Massenpunkt befindet sich im Netzteilgehäuse.
Die Versorgungsleitungen von Netzteil zum Verstärkerteil werden kanalgetrennt ausgeführt. Zum Einsatz kommt hier ein Helukabel 5X2 X1,0mm² wobei die Leitungen paarweise verdrillt sind. Ein Paar wird nicht verwendet. Somit verbleibt 1 Paar für die Heizung der Endröhre, 1 Paar für die Heizung der Treiberröhre, 1 Paar für +/- Ub der Endröhre und 1 Paar für +/- Ub der Treiberröhre.


Für die Steckverbindungen verwende ich 8-polige Neutrik-SPEAKON-Verbinder.

Die Bauteilewerte, die in den Bildern zu erkennen sind stimmen nicht unbedingt mit der entgültigen Version überein. Die Schaltpläne sollten jedoch aktuell sein.

Die Rechteck-Signale sind bei folgenden Frequenzen aufgenommen worden: 100Hz; 1kHz; 10kHz und 20kHz.








Der Frequenzbereich bei Vollaussteuerung beträgt: 9Hz-37kHz (-3db)

Der Verstärker ist nun schon einige Zeit im Einsatz, und ich finde, dass er sich sehr gut anhört. Die Leistungsreserven sind groß (bei meinen 96db Hörnern muss ich nicht weit aufdrehen), und der Bass ist auf jeden Fall überzeugend.

-Jacky-


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