"Push-Pull" Monoblock mit der 6C33C
von Klaus




Schaltungsbeschreibung:
Dieser Monoblock ist mit 7 Röhren bestückt. Die Schaltungsteile sind in Handverdrahtung hergestellt – siehe Bilder.
Es wurde darauf geachtet dass nur Bauteile Verwendung finden die sich bereits im "Push-Pull" Vollverstärker bewährt haben.
Das Gehäuse hat eine Basishöhe von 85 mm. Die Seitenteile sind mit Echtholzwangen (Erle) verkleidet – auch andere Hölzer oder original Gehäuse – alles ist möglich(s. Bilder).
Die Stromführung erfolgt mit einem Kaltgerätestecker, Entstörfilter 3A und voreilenden Schutzleiterkontakt. Zur Sicherheit sind die Schutzleiterkabel "gelb-grün" sternförmig mit den einzelnen Gehäuseteilen verbunden.


Das Bodenblech ist gelocht und mit 4 Stück 25 mm hohen Füßen versehen.
Der Monoblock ist mit einer aktiven Kühlung ausgestattet.
Außerdem wurden die Endstufen-Netzteile verstärkt 2 x 5U4 GB EH pro Block.
Das Vorstufen-Netzteil ist auf Gleichrichterröhre umgestellt 1 x 6X5 GT.
Netztrafo – Ringkerntrafo 410 VA vergossen in Alublech und schwarz gepulvert.

Der Vorverstärker, die Phasenumkehrstufe und der Leistungstreiber:

Vorverstärker, Phasenumkehr und Leistungstreiber: Blatt Nr. 6
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Die Eingangsröhre 6SN7 GT EH verstärkt über ein hochwertiges Poti 100 KΩ (Alps) die angelegte Spannung und erreicht über C 2 (hochwertiger MkP-C 0,22 µF) die Phasenumkehrstufe. Versuche mit anderen Röhren z.B. der Vertikalablenkröhre 6BL7 haben kein gutes Ergebnis hinsichtlich der Klangqualität ergeben. Die Elektro-Harmonix Doppeltriode 6SN7GT EH klingt einfach besser und feiner auflösend.

Die wichtigsten Konstruktionsmerkmale der 6SN7 GT EH sind:
Sie ist eine Neuentwicklung von Elektro-Harmonix/Russland, sehr stabil gefertigt, hat 4 Stabilisierungsstäbe, ist mit der GTA vergleichbar und durch das große Glasgehäuse ist sie thermisch besser beherrschbar als z.B. eine Noval-Röhre ECC99, 6CG7 usw.
Der verspiegelte Kopf und der Qualitätsaufdruck geben ihr ein sehr gutes Aussehen.
Über C2 gelangt das verstärkte Signal auf das Gitter der ersten Hälfte der Röhre 6SN7 GT EH. Die Triode ist über C3 kathodenseitig entkoppelt. Die Spannung an der Anode wird an das Gitter der zweiten Hälfte der 6SN7 GT EH gelegt die als Kathodenfolger arbeitet. Das niederohmige Signal wird zum Knotenpunkt R10-C5 geführt. Das ist der Anschluss A1 für die linke Endröhre 6C33.
Über R10 und C9 wird das Signal an das Gitter der 1. Triode der zweiten 6SN7 GT EH geführt, dessen Kathode ebenfalls entkoppelt ist. Durch die Widerstände R10 und R8 in Verbindung mit VR 1 kann die phasendrehende Funktion exakt eingestellt werden.
Durch Abgleich von VR 1 wird sichergestellt dass beide Endstufenhälften gleiche Signalspannung erhalten.
Da die erste Hälfte der 6SN7 GT EH für die Signalverstärkung gebraucht wird, lässt sich A2 auch ohne Kathodenfolger betreiben.
Mit nur 2 Röhren 6SN7 GT EH ohne Trafo und wenig Bauteilen kann man einen gut klingenden Gegentaktverstärker mit der 6C33 bauen.

Die Endstufe:

Endstufe: Blatt Nr. 5
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Die verwendeten Röhren mit ihren Anschlüssen:

Röhrensockel: Blatt Nr. 8
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Die genau gegenphasigen Signale A1 und A2 werden über die Schutzwiderstände R2 und R8 an die Endröhren gelegt.
Da wir mit fester Gittervorspannung arbeiten, wird über die Gitterwiderstände R1 und R2 – UG1 und – UG2 zugeführt. An die Anoden ist der Gegentaktübertrager geschaltet. Über die mittlere Anzapfung der Primärwicklung erhält der AÜ die Anodenspannung für die Endröhren. R6 und R7 am Ausgang des AÜ schaffen Ruhe. Der AÜ ist eine Neuentwicklung, vergossen und gepulvert.
Die an den Kathoden der Endröhren liegenden Messpunkte werden zu dem Ruhestromschalter geführt, sie dienen zum Einstellen des Ruhestroms.

Die Ruhestromschaltung:

Ruhestromschaltung: Blatt Nr.7
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Der an den Kathoden der Endröhren liegende Schalter hat 3-Schaltstellungen und 4 Kontakte. Der Ruhestrom wird über das Messinstrument 500 mA angezeigt. In der Mittelstellung des Schalters ist das Messinstrument ausgeschaltet und die Kathoden liegen über R4 und R2 an Masse.
Die Beleuchtung des Messinstruments wird über 2 Leuchtdioden und Strombegrenzungswiderstand 470 Ω geschaltet.
Die LEDs haben die gleiche Farbe wir die Röhrenheizung. Die Heizspannung wird an die LEDs gelegt und so ist das Hochlaufen der Beleuchtung sehr gut zu beobachten.

Das RV-Netzteil:

RV-Netzteil 1: Blatt Nr. 1
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Der Netztrafo für den Monoblock hat ein Gewicht von 5,5 kg. Er beinhaltet sämtliche Spannungen und ist in ein Alu-Gehäuse vergossen und schwarz gepulvert.
Die Oberseite des Trafos ist eingedreht dort lässt sich ein schwarzer Samtbezug einfügen.
Zur Einschaltverzögerung ist ein VZ-Modul eingebaut – die Fa. Reichelt hat es im Programm.
Der Trafo hat eine Leistung von 410 VA und beinhaltet 9 Spannungen. Netzfilter, SW1 Kippschalter 2x um 6A sind eingebaut.

RV-Netzteil, Teil 2:

RV-Netzteil 2:  Blatt Nr. 2
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Die negative Vorspannung wird aus einer 140 V Wicklung erzeugt. Mit dem Vorwiderstand R1 wird die Spannung angepasst. Mit den Trimmpotis R2 und R4 wird die Einstellung des Ruhestroms vorgenommen.
Die 300 V 0,1A Wicklung stellt die Spannung für die Röhren über die Arbeitswiderstände bereit.
Über die 0,3A träge Sicherung und in Verbindung mit der Gleichrichter-Röhre 6X5GT entstehen am Ladeelko ohne Belastung ca. 380V-.
R6 und R7 sind Rs (Serien-) Widerstände.
R9 ist abhängig von der Belastung. Die Siebwiderstände und Elkos stellen eine praktisch brummfreie Spannung zur Verfügung. Sämtliche Spannungen für die Röhren werden mit Gleichrichter-Röhren erzeugt.

RV-Netzteil, Teil 3:

RV-Netzteil 3:  Blatt Nr. 3
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Die im Netzteil 3 verwendete Gleichrichterröhre 5U4GB EH ist eine Neuentwicklung und es sind 2 Stück parallel geschaltet. Da die Wicklung 220 V 0,35A für die 5U4 GB EH nur einmal vorhanden ist und der Ringkern bei Einwegschaltung Schwierigkeiten machen kann, wird die klassische Brückengleichrichtung verwendet, mit 2 x BY399. Damit keine Brummgeräusche entstehen, sind die Wicklungen gegenphasig angeschlossen.
Das Lastnetzteil ist pro Seite mit Elkos von ca. 2.200 µF bestückt (Elkospannung 400 V).
Warum Gleichrichterröhren-Netzteile besser klingen können wurde bei der Vorstellung des Push-Pull Vollverstärkers beschrieben – bitte dort nachlesen.

RV-Netzteil, Teil 4:

RV-Netzteil 4:  Blatt Nr. 4
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Die Heizwicklungen für die 6C33 sind auf dem Trafo getrennt gewickelt. Es werden pro Kanal 7A 12,6V bereit gestellt. Über eine Sicherung von 2,5A träge und einem Spannungsregler wird eine brummfreie Spannung von 12,6V 1,5A erzeugt (siehe Schaltbild). Die Spannung läuft von 3,6V – 12,6V (einstellbar) langsam auf Sollwert. Damit werden die Vorröhren geheizt, das Relais geschaltet und die LED-Beleuchtung in Betrieb genommen. Die Netzsicherung von 2,5 A träge sorgt für ausreichende Betriebssicherheit.
Das Gerät nimmt beim Einschalten ca. 250W auf, die Leistung geht dann auf ca. 200W zurück. Die Ausgangsleistung erreicht locker 14V effektiv an 8 Ohm.

Das Aussehen: Front- und Rückwand




Der Monoblock "Push-Pull" bietet einen sehr schmalen und eleganten Anblick – Breite ca. 230mm, Höhe ca. 85mm.
Vorne links ist die blaue Leuchtdiode weiter rechts der Kippschalter 6A 2xUM. Der Ruhestromschalter mit 3 Schaltstellungen folgt gleich anschließend. Weiter das Drehspulinstrument 500mA mit LED-Beleuchtung. Ganz rechts befindet sich der Pegelregler zum Einstellen der Grundlautstärke.
An den beiden Schmalseiten des Gehäuses sind Holzpaneele angeschraubt – Echtholz in jeder Farbe oder auch original Gehäuseteile aus Metall.
















Unterhalb der Endröhren ist ein Lüfter mit Gummilager angebracht, er ist nicht hörbar.
Auf der linken Seite der Rückwand ist die Chinch-Buchse (hochwertige Ausführung) mit voreilenden Massekontakt. Auch eine XLR Einbaubuchse ist vorhanden, an diese Einbaubuchse und der hochwertigen Chinch-Buchse lassen sich Vorverstärker, CD-Spieler usw. anschließen – alle Leitungen sind einzeln abgeschirmt.
Die Eingangsempfindlichkeit beträgt 1V an 100 kΩ. Weiter links sind die 30A Lautsprecher-Buchsen 4-8 Ω, dann kommen die Sicherungen für die Endstufe, Vorröhren und Netz. Anschließend ist noch die Netzanschlussbuchse mit vorlaufenden Schutzleiterkontakt zu sehen.

Der hier beschriebene Push-Pull Mono-Block ist mit 4 getrennten Netzteilen aufgebaut, das bedeutet hohe Kanaltrennung und sehr guten Signalrauschabstand. Die komplette Umstellung auf Gleichrichterröhren ist ein weiterer Schritt zum "guten Ton". Durch diese Maßnahmen und die Erfahrung mit der 6C33 haben einen Mono-Block entstehen lassen, der meiner Meinung nach sehr gut aussieht und klanglich hoch einzuschätzen ist.

Tschüss, Klaus

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