Restauration eines US-Roehren-Kofferradios Detrola 568
- von Volker Jeschkeit




Mein Detrola 568 ist fertig. War natürlich alles aus dem Ruder gelaufen innen drin, also quasi eine Total-Renovierung.
Aberjetzt ist er wieder perfekt, Betonung liegt auf perfekt, sowohl auf KW als auch auf MW.

Dieses Radio ist ein klassischer Vertreter des all-american-fever, von denen zig zig Millionen Geräte gebaut wurden. Die US-Standardbestückung war: 12SA7, 12SK7, 12SQ7, 50L6GT, 35Z5GT.
Wieviele von diesen Röhren von allen Herstellern gebaut wurden, lässt sich nur noch erahnen: 100 Millionen Stück ist aber bei weitem nicht zu hoch gegriffen, mit sehr großer Wahrscheinlichkeit war es aber die doppelte Menge pro Röhrentyp.

Über 20 Jahre lang war dieses 5-tuber der Baustandard der US-Industrie, die Schaltung war mit wenigen kleinen Variationen immer die Gleiche, nur das Gehäuse war unterschiedlich. Mal mit nur einem Wellenbereich, mal mit 2 oder 3 Wellenbereichen, das spielte keine Rolle, die 12SA7 blieb immer der Mischer.
Diese Röhrenbestückung war ein grosser Wurf, sowohl als Metallröhre als auch als Glasröhre, die Serienheizung passte exakt für die Netzspannung von 117-120 V AC, die Standardskalenlampe war wie üblich die GE-47 (6,3V-0,15A).

Auch die Radiobastler bauten als eines der ersten Superhet-Projekte den 5-tuber nach. Die Schaltung war zahm, Spulen und ZFs gab es zu Hauf im Elektronikladen um die Ecke, und das Wichtigste: Die Röhren waren einfach billig.
Der Erfolg des Nachbaues war also gesichert. Fast in jeder Ham-Ecke oder Bastelgarage stand ein Eigenbau-5-tuber, mit und ohne Gehäuse, die einschlägige Industrie lieferte Bausätze ohne Ende. Das Kitchen Radio von Mama war ein 5-tuber, das Tabletop im Wohnzimmer ein 5-tuber, auf dem Nachttisch stand ein kleiner 5-tuber, in der Garage der Eigenbau 5-tuber und Sohnemann bastelte gerade an seinem 5-tuber Kit. (Paps, leih mir mal deine 50L6, die 35Z5 habe ich schon bei Mamas Radio ausgebaut, wenn mal wieder was schief gelaufen war und nun der Fehler endlich entdeckt und behoben wurde).
Aber die Röhren waren hin, aber Sohnemanns Taschengeld reichte garantiert, um im nächsten Drugstore oder Supermarket neue Röhren zu kaufen. Die Röhren waren derart Standard, die gab es sogar in diesen Läden im Glühbirnenregal. - Da habt ihr euch nicht verhört oder falsch gelesen!

Der Detrola 568 ist so ein Gerät, nichts Besonderes also, aber er hat ein wunderschönes Gehäuse.














Hier ist der fertige Detrola. Bin noch am Knobeln , ob ich noch einen Rv für 230V ins Gerät setze, Platz wäre.






Der Vorwiderstand für den Detrola ist schon mal im Rohbau fertig. Dann funktioniert das Gerät auch auf 230V:


Diese 5-tuber mit den 0,15A Serienröhren und 30W Gesamtaufnahme brauchen in der Regel immer zwischen 560 und 590 Ohm Rv. Aber bitte mit 50W Gesamtleistung. Dieser hier ist aus 2 x 250 Ohm -50 W und ca. 75 Ohm (300,160,160-5W paralell) gebaut. - 75 Ohm 15 W reichen, die Hauptlast tragen die beiden 250 Ohm.
Das montiere ich dann hinten ans Chassis, da sind noch 2 Original Löcher für Blechschrauben. Von den modernen 50W - Widerständen in Alu rate ich ab, die brauchen grosse Kühlflächen, sonst glühen die ab. Diese alten emaillierten Widerstände sind da wesentlich resistenter und besser.

Gruss, Volker (VJ)

Für daran interesierte befindet hier, als PDF-File, das Schaltbild zum Gerät.



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